Ein Burnout entsteht nicht von heute auf morgen

 Eine chronische Erschöpfung entwickelt sich oft über Jahre hinweg, zunächst meistens unbemerkt. Dabei durchlaufen die Betroffenen mehrere Phasen, die mit typischen Gedanken, Erwartungen und Verhaltensweisen einher gehen. Individuelle Unterschiede sind dabei, genau so sowie das hin und her schwanken zwischen einzelnen Stadien, völlig normal.
 

1. Ich will das, ich kann das!

  • starker Leistungseinsatz und überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft in Verbindung mit eigenen oder fremd auferlegten Ansprüchen, Idealen, Werten

  • Dringender Wunsch nach Anerkennung und übertriebenem Ehrgeiz

 

2. Ruhe und Erholung brauche ich nicht!

  • Zunehmenden Verdrängung der eigenen Bedürfnisse, diese stehen in Konflikt mit Ansprüchen, Idealen und Werten

  • Projekt ist wichtiger als Ruhe

  • Ausblenden der eigenen Bedürfnisse


3. Halte durch! Stell dich nicht so an! Dir gehts doch gut!

  • Verleugnung der Probleme, die aus der Dauerbelastung entstehen, brauche nur Urlaub, dann geht es wieder, bagatellisieren

  • Ausblenden von körperlichen und seelischen Warnsignalen und Überforderungssymptomen
    => Unzuverlässigkeit und Fehler häufen sich im Arbeitsalltag

  • Verzerrte Wahrnehmung der Realität

  • Ignorieren von ersten Beschwerden


4. Ich kann nicht mehr

  • Rückzug

  • Vernachlässigung des sozialen Lebens, soziales Umfeld wird zunehmend als Bedrohung angesehen, da Belastung zunimmt und Energie immer mehr sinkt und Erschöpfung steigt

  • mir wird alles zu viel, bleibe daheim

  • Alkohol und Medikamente dienen der Ablenkung


5. Beratungsresistenz baut sich auf

  • Unflexibel im Denken und Handeln, Verhalten wird immer mehr eingeschränkt

  • Kritik erscheint als Angriff die eigene Persönlichkeit und wird zurückgewiesen

  • weiterer Rückzug

   
6. Was wird nur aus mir? Wo ist der Sinn?

  • mutlos

  • Angst und Panikattacken im Alltag

  • eventuell Versuch innere Leere durch Frustkäufe und Fressorgien zu kompensieren

  • Selbstzweifel, Entfremdungsgefühle, empfundene Sinnlosigkeit, Zukunftsängste steigert sich in Depression

  • Entfremdung von sich selbst, funktioniere automatisch wie ein Roboter

  • Lebenslust ist weg, will nur noch schlafen


7. Totale Erschöpfung

  • andauernde geistige und körperliche Müdigkeit lähmt das gesamte Leben

  • Immunsystem ist geschwächt

  • Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Magen-Darm-Leiden steigt erheblich

  • Mitunter Suizidgefahr


Burnout Phasen in Anlehnung an Dr. Klaus Biederman (Burn-in statt Burn-out)